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Auflösung KAB Schwabach

Ein trauriger Anlass, zweifellos, aber auch ein Moment der Dankbarkeit für 120 Jahre Wirken im Sinn der Katholischen Soziallehre und des christlichen Elements in der Arbeitswelt – aber auch für die Interessen der Arbeitnehmer: Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Schwabach hat in St. Sebald ihren Abschiedsgottesdienst und ihre letzte Zusammenkunft begangen. Zum Ende des Jahres stellt die KAB ihre Aktivitäten ein.

Letztmals wurden auch die traditionsreichen Fahnen im Gottesdienst am 26.10.2019 präsentiert: die riesige grüne KAB-Fahne, die Alois Heidenfelder trug, und die etwas kleinere weiße Frauenfahne, die Anni Heidenfelder führte. Sie werden nun im Archiv der Pfarrei deponiert. „Es sind die Veränderungen in der Gesellschaft, die es uns nicht mehr möglich machen, als KAB-Gruppe weiterzumachen“, konstatierte Stadtpfarrer und KAB-Präses Robert Schrollinger zu Beginn des Gottesdienstes. Die einst starke KAB litt schon mehrere Jahre an Überalterung und Nachwuchsmangel, zuletzt fand sich kein neuer Vorsitzender mehr. Zum Dankgottesdienst aus Anlass der KAB-Auflösung sind rund 50 treue Weggefährten erschienen.

„Dies ist kein Requiem, hier ist niemand gestorben – obwohl es sich für manchen vielleicht so anfühlen mag“, sagte Pfarrer Schrollinger. Die KAB habe genau 120 Jahre lang die Interessen der Arbeitnehmer vertreten, mit der christlichen Soziallehre verbunden und so Frömmigkeit und Arbeiterschaft miteinander versöhnt. Er erinnerte an die Anfänge der Arbeiterbewegung, die Entrechtung, Verarmung und Verelendung der Arbeiterschaft im 19. Jahrhundert. Die daraus entstehenden Ideologien Kommunismus und Sozialismus seien allerdings gottlos gewesen.

Die Kirchen hätten sich daraufhin – angeführt von großen Gestalten wie Heinrich Wichern (evangelisch), Adolph Kolping, „Arbeiterbischof“ Wilhelm von Ketteler und Don Bosco (katholisch) – der Arbeiterschaft zugewandt. Die Katholische Soziallehre sei entwickelt worden, die heute noch eine der ideellen Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft bildet: Freie Entfaltungsmöglichkeit jedes Einzelnen, aber auch Gemeinverpflichtung des Eigentums. Schrollinger erklärte, Ziel des kirchlichen Engagements sei es gewesen, einmal die Lage der Arbeiterschaft zu verbessern und gleichzeitig den vielfach entwurzelten Arbeitern eine feste Heimat im Glauben zu bieten.

Die Nazis hätten die katholischen Arbeitervereine 1938 generell verboten, so Pfarrer Schrollinger weiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei der Neubeginn zunächst schwer gewesen, denn die Besatzungsmächte hätten solche Arbeitervereine nicht gekannt. Später habe man dann unter dem Namen „Katholisches Werkvolk“ die Werkvolk-Siedlung errichtet, wo 267 Familien in 16 Blocks ein Dach über dem Kopf bekommen hätten – ein großer Beitrag zur Linderung der Wohnraumnot nach dem Krieg. 1971 habe sich die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung ihren heutigen Namen gegeben.

„120 Jahre lang haben sich Frauen und Männer aus dem Geist der Katholischen Soziallehre für die Menschen und für Gott engagiert. Dafür danken wir“, so Pfarrer Schrollinger. Höhepunkt der Schwabacher KAB der letzten Jahrzehnte seien der KAB-Diözesantag 1970 und der Verbandstag 1983 gewesen. Erfolgreich habe die KAB in Schwabach Unterschriften für politische Projekte gesammelt: etwa für die Mütterrente und für den arbeitsfreien Sonntag. „Eine bedeutsame Ära geht zu Ende.“

Der Stadtpfarrer verwies in diesem Zusammenhang auf den epochalen Zeitenwandel, der sich derzeit vollziehe: „Heute haben wir eine andere Gesellschaftsstruktur als noch vor wenigen Jahrzehnten. Das spüren wir überall, und der Wandel wird sich noch beschleunigen.“ Aber damit sei die Geschichte noch lang nicht zu Ende. Die Kirchengeschichte habe immer wieder Abbrüche, Wandel und Neuanfänge erlebt. Papst Franziskus nenne dies eine „Zeitenwende“. Schrollinger betonte abschließend: „Wir Christen vertrauen darauf, dass der Herr der Geschichte weiter mit uns geht.“

WOLFRAM GÖLL


Die KAB Schwabach stellt sich vor

 

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Vorstandschaft - Beisitzer - Revisoren

Schon bei der Vorbereitung für die JHV stellte sich heraus, dass für verschiedene Ämter eine Kandidatur schwierig werden würde. Deshalb möchte die Vorstandschaft  ein Leitungsteam für die Führung, zunächst auf 2 Jahre, einsetzen.

 

Sprecher nach außen, sollen in Personalunion

·         Walter Winkler und Christa Hoyer sein.

·         Kassier Helmut Harbeit

·         Schriftführerin Anni Heidenfelder

Die Beisitzer unterstützen die Mandatsträger. 

Revisoren:                  Inge Sonnauer

                                   Ernst Geißlreiter


Weitere Informationen

[Termine]

[Aktuell]

Gottesdienstzeiten

Heilige Messen in der Pfarrei Schwabach St. Sebald

Samstag
Penzendorf: 17.00 Uhr (Winterzeit)
St. Peter und Paul: 18.00 Uhr (Sommerzeit)

Sonntag:
St. Sebald: 9.00 Uhr
Penzendorf: 9.00 Uhr (Sommerzeit)
St. Peter und Paul: 10.00 Uhr
St. Sebald: 10.30 Uhr
Eichwasen: 10.30 Uhr
St. Sebald: 19.00 Uhr

Beichtgelegenheit in der Pfarrei Schwabach St. Sebald

St. Sebald: Samstag 15.30 bis 16.30 Uhr Gelegenheit zum Seelsorgegespräch und zur Beichte
St. Peter und Paul: Samstag 17.00 Uhr (Sommerzeit), Sonntag 9.00 Uhr (Winterzeit)

Anbetungszeit in der Pfarrei Schwabach/St. Peter und Paul

Freitag 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr, außer in den Schulferien